Eine kurze Zusammenfassung des Berichts des ersten Treffens schildert in beeindruckender Weise die Gefühle dieser ganz besonderen Freundschaft: “Wir machten uns am 18. April 1958 mit einer kleinen Gruppe auf den Weg in die Normandie: Freund Morsbach als Präsident, Fohl, Gockel, Mustermann, Seidl und Ihre Frauen. Uns Ruhrgebietsbewohnern offenbarte sich ein Land, das einem blühenden Garten gleicht mit Hügeln, Hecken, Fachwerkhäusern mit tief gezogenen Rieddächem, mit Schlössern, in stille Parks gebettet, alten Burgen, mit der Kathedrale in Rouen, die ein religiöses Gefühl wiedergibt, das überall in diesem Land unaufdringlich erscheint und überall verankert zu sein scheint. Blühende Bäume säumten unseren Weg zum Empfang im Tagungsort vom Rotary-Club Pont-Audemer „Vieux Puits“ — ein Gasthaus aus dem 17. Jahrhundert.
Die anheimelnde, alte Kultur ausstrahlende Atmosphäre nahm uns gleich gefangen, und die Wärme und Herzlichkeit der französischen Gastgeber überspielte mit Charme jegliches Fremdsein. Zum Abendessen wurden wir einzelnen Familien zugeteilt. Bernhard Gockel und Frau wurden zu Andre und Henriette Lépinard gebeten. „Während des festlichen Soupers schickte Monsieur Lépinard seinen Sohn in den Keller, um eine Flasche Rotwein zu holen, deren Geschichte nach André Lépinards Worten zu einem Symbol wurde: er vergrub sie im II. Weltkrieg in seinem Garten, holte sie später aus der Erde, deren Spuren er nicht verwischte und schwor sich: „Diesen Wein wirst du einmal mit Menschen trinken, die dir immer gute Freunde sein werden“. Als das Glas erhoben wurde und auf unsere Freundschaft getrunken wurde, waren wir uns dieser Sternstunde sehr bewusst. Dieses Erlebnis sei beispielhaft erzählt für die glücklichen Stunden, die unsere Freunde in anderen Häusern in Pont-Audemer genossen hatten. Der Grundstein war gelegt — wir kehrten dankbar heim.”














