Charterfeier am 16.November 2013 im Theater Oberhausen
Lange vor der offiziellen Zeit des Empfangs hatten sich zahlreiche Freunde und Gäste im Foyer des Theaters eingefunden, um entweder letzte Vorbereitungen zu treffen oder erste Gespräche zu führen. Ab 10:30 Uhr war dann das Foyer prall gefüllt mit Gästen aus Nah und Fern und teilnehmenden Freundinnen/Freunden und Begleitung. Das Stimmengewirr der nahezu 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war unüberhörbar, und das Durchkommen zur Garderobe gestaltete sich für viele Ankommende als schwierig, aber machbar. Schwieriger allerdings war es, die vielen Teilnehmer dazu zu bewegen, die Plätze im Theater einzunehmen, um mit dem Festakt beginnen zu können.
Bevor Präsident Heinz-Gerd Dreehsen, geschmückt mit der Präsidentenkette, die Anwesenden begrüßen konnte, bemühte sich eine Reinigungskraft, die Bühne mit Hilfe eines Staubsaugers von letzten Staubresten zu befreien. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten , die in einen „Kampf" mit dem Staubsauger mündeten, waren eine erste Kostprobe des Künstlerduos Habbe und Meik, die den Festakt mit ihren mimischen Darstellungen mehrfach untermalten.
In seinem Grußwort zitierte der Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, Klaus Wehling, einige Zeilen von Eugen Roth, die jener über Oberhausen treffend geschrieben und bei einer Lesung am 11.März 1953, wenige Monate vor der Charter unseres Clubs, im Rathaus-Saal vorgetragen hatte. Herr Wehling würdigte den Einsatz des Clubs für das Gemeinwesen in den vergangenen 60 Jahren und wünschte sich eine Fortsetzung dieser Arbeit zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.
Der Governor des Distrikts 1870, Dr. Joachim Reuter, überbrachte neben den eigenen guten Wünschen auch die Grüße von Rotary International in Form eines Briefes des Weltpräsidenten ,den er verlas und Präsident Dreehsen überreichte.
Zwischen den einzelnen Programmpunkten wurden musikalische Höhepunkte geboten.
Zum einen glänzte die Geigerin Iva Miletic, begleitet von Tamilla Guliyeva am Flügel, mit Introduction und Rondo Capriccioso von Camille Saint-Saens sehr virtuos, und das Ensemble der Musicalklasse der Folkwang Universität der Künste begeisterte mit hervorragenden Stimmen.
Nach einer Pause, in der sich die Anwesenden mit einem Glas des Jubiläumssekts erfrischen Konnten, wurde der Festredner des Tages ,Werner Tiki Küstenmacher, von Präsident Dreehsen als studierter Theologe, Journalist, Moderator und erfolgreicher Buchautor sowie als rotarischer Freund eines Münchener Clubs vorgestellt.
In seinen launigen, aber tiefgründigen Betrachtungen bediente sich der Redner eines von ihm erdachten Wesens, welches er „Limbi" nannte, und das gewisse Ähnlichkeiten mit einem Hund aufwies, was der Vortragende in gekonnter Weise auch zeichnerisch mit der linken Hand darstellte. (Er nannte es einen „kostenlosen Kurs im Zeichnen von Comics"). Limbi ist, von den meisten Menschen unbemerkt, ein steter Begleiter im Alltag und agiert in der Regel als Bedenkenträger und abwehrendes Element in uns. Daher muss der Mensch Kunstgriffe anwenden, wenn er etwas gegen den ursprünglich negativ eingestellten Gesellen erreichen will.
Wie dies geht, wurde von Freund Küstenmacher zeichnerisch und verbal hervorragend dargelegt. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Lohn für den Redner, der vom Präsidenten neben einer Flasche Jubiläumssekt auch noch eine Schatulle „mit ein paar Zetteln" mit Bezug auf den Titel seines 2001 erschienen Buches „simplify your life" entgegen nehmen konnte.
Ein weiterer Auftritt des Violine/Klavier-Duos mit einem Werk von Pablo de Sarasate und eine Gesangsdarbietung des Musical-Ensembles aus Essen rundeten den Festakt ab.
Das Schlusswort blieb dem Präsidenten unseres Clubs vorbehalten. Er dankte nicht nur allen Teilnehmern für ihr zahlreiches Erscheinen, sondern insbesondere den Gestaltern des Festaktes :
- dem Künstlerduo Habbe und Meik
- der Geigerin Iva Miletic und der PianistinTamilla Guliyeva
- dem Ensemble der Folkwang Universität mit der Leiterin Prof.Patricia M.Martin
- dem Festredner Werner Küstenmacher,
sowie ganz besonders dem künstlerischen Organisator „hinter den Kulissen", Freund Oliver Leo Schmidt , und dem Moderator des Festaktes, Freund Bernd Homberg. Sie alle erhielten zum Dank Blumenstrauß und Sekt überreicht.
Der Bericht über den Festakt wäre unvollständig, wenn er nicht auch einen Dank und ein Lob an und für den Präsidenten und sein mit der Vorbereitung des Festaktes befasstes Vorstandsteam enthielte, die sich um den Club durch die würdige und zugleich fröhliche Gestaltung des Festaktes zur 60-Jahr-Feier verdient gemacht haben.
Bericht zum Festabend am 16.11.2013
Nach dem furiosen Festakt im Theater der Stadt Oberhausen, dem Auftakt zur Charterfeier, war der Tag noch längst nicht zu Ende.
Zum Festabend in der Schloßgastronomie begrüßte der Präsident, das obligate Glas Champagner in der Hand, pünktlich um 19:00 eine stattliche Schar von Freunden und deren Partner sowie zahlreiche Gratulanten, die es sich nicht nehmen lassen wollten, ihre Glückwünsche zum 60sten Geburtstag unseres Clubs auch noch einmal persönlich vorzubringen. Dazu war Zeit, als die Gäste an den festlich eingedeckten Tischen Platz genommen und, begleitet von den dezenten Klängen von Uwe Janssen und seiner Band (auch diesen Stil beherrschen sie!), den ersten Gang des Festmenues, eine leckere Pilzsuppe, genossen hatten.
Den Reigen der Gratulanten eröffnete der Präsident des Bruderclubs, Eugen Davids, der in seinen launigen Bemerkungen an die zahlreichen gemeinsamen Projekte und an die traditionellen gemeinsamen Veranstaltungen erinnerte, aus denen viele persönliche Freundschaften entstanden seien. Dem Club empfahl er, den Tagesordnungpunkt „Manöverkritik der Charterfeier“ des nächsten Clubmeetings zu streichen und direkt bis zum Montag durchzufeiern. „Da gibt es nichts zu kritisieren. Das war einfach Klasse!“
Die Glückwünsche des RC Freital wurden von Marion Reich überbracht, die in Vertretung des Präsidenten an der Charterfeier teilnahm. Frau Reich erinnerte an die Zeit kurz nach der Wende, als vor allem durch die Initiative der Freunde Hufnagel und Nühlen die Kontakte nach Freital geknüpft wurden, was vor fast genau 22 Jahren zur Gründung des Clubs führte. Unvergessen bei allen Freitaler Freunden die Hilfsbereitschaft, mit der die Oberhausener Rotarier die Aufbauarbeit in Freital nach der Wende unterstützt und besondere Hilfe auch in Notfällen geleistet hätten
Im Namen des Inner Wheel Clubs Mülheim/Ruhr – Oberhausen übermittelte die Vizepräsidentin Grazia Sanzo Grüße und Glückwünsche zum runden Geburtstag des RC Oberhausen. Als Geschenk vom Stand des Clubs beim adventlichen Weihnachtsmarkt, verbunden mit der Aufforderung, diesen auch zu besuchen, gab es für den Präsidenten und seine Gattin eine Flasche zum gemeinsamen genießen und für die Schulstiftung einen ansehnlichen Betrag.
Den Reigen der Gratulanten beschloß Andrea Wagner, die Präsidentin des Zonta Clubs Oberhausen, die sich für die Einladung zur Charterfeier bedankte und dem Club alles Gute wünschte. Rotary und die Rotary Clubs, mit ihren jährlich wechselnden Präsidenten und ihren Mitgliedern, die die Freundschaft pflegen – sie denke dabei an viele kleine Inseln, die zwar unabhängig, aber auf einem gemeinsamen Fundament stehend ihre Kraft entfalten.
Nach dem Hauptgang – passend zur Jahreszeit gab es ein Gänsegericht – ergötzten sich die Gäste an der von Alexander Hoffmann mit spitzer Feder geschriebenen und von Jonathan Hutter vorgetragenen Satire über das wahre Leben in einem Rotary Club, die mit ihrem Feuerwerk von teils skurrilen, teils nachdenklich stimmenden Vorschlägen zur Verbesserung des Clublebens auch dieses Mal beim Publikum bestens ankam.
Auf der etwas ernsteren Seite überreichte Past Distrikt Governor Wilma Heim Freund Klaus Schulte für seine langjährige Tätigkeit als Kassenprüfer des Distrikts den Paul-Harris-Fellow mit 1. Saphir. Für ihre 40-jährige bzw. 20-jährige Mitgliedschaft im Club wurden die Freunde Erich Hufnagel und Franz Pasdzior vom Präsidenten geehrt.
Den Dank des Clubs für die Organisation des Tages, insbesondere auch an Oliver Leo Schmidt , der für die Regie des mit Begeisterung aufgenommenen Festakts am Vormittag verantwortlich war, sprach der Incoming Präsident Rafael Schäfers aus und überreichte stellvertretend für das gesamte Team Birgit Dreehsen und Heidrun Bock zwei große Blumengebinde.
Den inoffiziellen Teil eröffnete das Präsidentenehepaar mit einem Wiener Walzer, Signal für die anderen Gäste, es ihnen gleich zu tun und damit auch der exzellent aufspielenden Band Respekt zu erweisen. Ein ereignisreicher Tag, der allen Beteiligten sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird, ging zu Ende.
Vortrag Jonathan Hutton: Club des Jahres - eine Glosse von Alexander Hoffmann
Jeden Montagvormittag war der Ruhrschnellweg ebenso überfüllt wie der Hauptbahnhof Oberhausen, auf dem Flughafen Düsseldorf landeten Sondermaschinen. In Scharen strebten Rotarier aus dem In- und Ausland in das Oberhausener Schloss, um pünktlich zum Mittagsmeeting des RC Oberhausen zu kommen. Nicht ohne Grund hatte kürzlich der Rotary-Weltpräsident den RC Oberhausen zum „Club of the year“ erwählt.
Die Kunde über diesen phänomenalen Club drang auch zum RC Bröckedde, der ja bislang das Maß aller Dinge im rotarischen Leben gewesen war. Präsident Pröpke kündigte seinem Amtskollegen in Oberhausen, Senator Dr. Droysen, einen Besuch an. Der Senator sagte: „Sie sind herzlich willkommen! Aber bitte rechtzeitig erscheinen, denn unsere Meetings sind stets überfüllt.“
Und Pröpke staunte nicht schlecht bei seinem Meetingsbesuch. Die Schloss-Gastronomie glänzte mit einem Hummer Thermidor als Hauptgang für schlappe 6,50 Euro. Wer wollte, konnte sich für fünf Euro auch einen halben Fasan gönnen.
„Das ist ja viel gastfreundlicher als in meinem Bröckedder Hof. Wie kalkulieren die denn?“, fragte Pröpke seinen Amtskollegen. Dr. Droysen lächelte: „Für die Schloss-Gastronomie ist es eine Ehre, uns zu verköstigen. Die würden uns sogar noch etwas für unser Erscheinen bezahlen.“ Folgerichtig waren die Getränke kostenlos, mitten im Speisesaal thronte ein mächtiger Brunnen, aus dem sich fassfrisches König Pilsner ergoss.
Beim Hummer fragte Pröpke: „Was sind denn die Gründe Ihres exorbitanten Erfolgs?“ Dr. Droysen meinte: „Zunächst einmal binden wir alle unsere Mitglieder intensiv ein. Jeder hat bei uns mindestens drei Ämter im Club. Neben mir gibt es zum Beispiel einen Assistant President, auch der Past President und die Incoming Presidents haben einen Assistant. Die künftigen Präsidenten wählen wir immer schon zehn Jahre im Voraus, dann können sie sich richtig fitt machen für das Amt. Und vergessen wir nicht den Aufsichtsrat, der das Agieren des Vorstands kritisch begleitet.“
Pröpke seufzte: „Im RC Bröckedde haben wir manchmal Probleme, den Vorstand überhaupt zu besetzen.“
Dr. Droysen lächelte erneut: „Wir nicht. Hängt auch damit zusammen, dass es bei uns eine anständige Aufwandsentschädigung gibt. Die Basisvergütung für Vorstandsmitglieder beträgt viermal Hartz IV plus Spesen. Aber wir verfallen nicht der Völlerei. Einen Dienstwagen nebst Stander gibt es nur für den Präsidenten. Allerdings denken wir weit voraus. Wir finden, der Berufsrotarier sollte endlich als Ausbildungsberuf anerkannt werden.“
„Wie sieht es ansonsten mit den Finanzen aus?“, fragte Pröpke. Der Senator strahlte: „Bestens. Angesichts unserer vielen Projekte haben wir drei Fördervereine, dazu einen Reptilienfonds und diverse Schattenhaushalte. Bei der Kassenprüfung sind wir großzügig – uns reichen gefühlte Schätzungen. Sehr hilfreich ist hier ein rotarischer Freund aus dem Bistum Limburg.“
Pröpke wurde neugierig: „Sie erwähnten einen Reptilienfonds?“
Dr. Droysen senkte die Stimme: „Über den verfügt allein der Präsident. Gespeist wird der Fonds durch unseren innovativen Präsenzhandel.“
„Durch was?“
„Nun, wir haben eine Präsenzbörse gegründet. Freunde, die über 100 Prozent Präsenzen haben, können diese an Freunde mit zu wenig Präsenzen über Ebay verkaufen. Der Erlös fließt in meinen Fonds.“
Pröpke fragte weiter: „Welche Erfolgsfaktoren gibt es noch?“
Dr. Droysen wurde ernst: „Wir haben erst kürzlich unsere Aufnahmebedingungen für neue Clubmitglieder aktualisiert. Die Kriterien sind sehr streng, bei uns geht Qualität vor Quantität. Von den Kandidatinnen und Kandidaten erwarten wir die ungefähre Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Sie müssen auch wissen, wie man ins Internet kommt und sie müssen ihre Selbstanzeigen beim Finanzamt rechtzeitig und vollständig abgegeben haben.“
„Und wie machen Sie den Club auch für jüngere Menschen attraktiv?“, fragte Pröpke.
Der Senator antwortete: „Bei uns sind die Vorträge kurz und jugendkompatibel. Wir versehen sie mit Comics, Einspielfilmchen und Popmusik. Fremdworte aus dem Lateinischen oder Griechischen werden automatisch übersetzt, Das schätzen die Jungrotarier sehr.“
„Was gibt es noch an Neuerungen?“, fragte Pröpke.
Dr. Droysen holte ein Plastikkärtchen aus der Brieftasche: „Das ist der neue Mitgliederausweis des RC Oberhausen. Diese Oberhausen Card hat einen hohen Zusatznutzen. Sie ermöglicht unter anderem freien Eintritt in den Gasometer, mit ihr gibt es im Centro fünf Prozent Rabatt, ein automatisches Upgrading bei der Lufthansa und ab dem 80. Lebensjahr dient die Karte als Führerscheinersatz.“
Tief beeindruckt verließ Pröpke Oberhausen. Und zuhause in Bröckedde berichtet er den Freunden: „Vom RC Oberhausen lernen, heißt Siegen lernen.“






















