Pfalz (2004 / 05: Norbert Weindorf)
2004 / 2005, unter der Präsidentschaft von Franz Pasdzior, führte die Clubreise mit dem Bus vom 22.-24. Oktober 2004 in die Pfalz unter dem Motto „Stationen deutscher Geschichte“. Bei einem gemeinsamen Imbiss während der Fahrt schmolzen die Kilometer der Anreise schnell dahin.
Die erste Station der Tour war das Hambacher Schloss, dem Denkmal deutscher Demokratie. Die wechselhafte Geschichte dieses Ortes reicht zurück bis in die Römerzeit. Durch die Jahrhunderte geprägt durch immer wieder andere Besitzer, Kriegszüge, Bauernunruhen und Zerstörungen, wurde die Burg zur Ruine.
Das Ereignis des historischen Hambacher Festes am 27.05.1832, ist die große geschichtliche Bedeutung der Burg.
Der Landkreis Neustadt erwarb 1952 die Schlossruine, die seit 1982 in ihrer jetzigen Form um- und ausgebaut ist. Bei der Besichtigung der Exponate in den oberen Räumen fiel besonders die Originalfahne von Mai 1832 auf, verblasst aber als schwarz-rot-gold erkennbar. Nach einem ersten Glas Pfälzer Wein in der Schlossschenke ging die Fahrt nach Gleiszellen und Leinsweiler zu den Hotels.
Im Weingut Ullrich war der gemeinsame pfälzische Abend vorbereitet. Auf Feuer von Rebenholz brutzelnde Fleischspieße dufteten uns entgegen. Bei einem guten Glas Wein bereiteten sie, serviert mit delikatem Zwiebelgemüse ein leckeres Essvergnügen. Der weitere Abend im Weinstübchen wurde gestaltet vom Pfälzer-Abend-Trio, das moderne Stücke in Pfälzer Mundart zum Besten gab.
Am Samstagmorgen war Weißenburg in Frankreich das Ziel. Der Ort mit der wechselhaften deutsch / französischen Geschichte wurde zu einem Höhepunkt der Reise. Die Stadtführung durch das historische Zentrum ging zum windschiefen Salzhaus von 1448, vorbei an der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, Patrizierhäusern aus dem 16./17. Jahrhundert und zur Zehntscheuer von 1606, einem Gebäude des alten Klosters. Besichtigt wurde die Abteikirche Saint Pierre et Saint Paul. Nach dem Straßburger Münster ist sie die zweitgrößte Kirche im Elsass. Die evangelische Pfarrkirche St. Johann hat ihre Anfänge im 14. Jahrhundert. Von ihrer Kanzel wurde bereits 1522 zur Reformation aufgerufen.
In Annweiler, im Restaurant „Zur alten Gerberei“ wurde das Mittagessen eingenommen. Nach dieser Stärkung wurde die nahe liegende Burg Trifels besucht. Der 25-minütige steile Anstieg hinauf zur Burg wurde mit einer tollen Ritteratmosphäre belohnt. Um das Jahr 1000 beginnt ihre Geschichte. Bei einem Gang durch die Burgräume wurden die Reichsinsignien besichtigt, wobei sich die Originale im Museum in Wien befinden. Das wohl bekannteste Ereignis der Burg ist der Zwangsaufenthalt des englischen Königs Richard Löwenherz. Heinrich VI. kassierte für seine Freilassung eine immense Summe Lösegeld, das er aber gleich wieder in einen Beutefeldzug gegen das Normannenreich in Süditalien steckte.
Seit Mitte des 19. Jahrhundert wurde an der Burg wieder gebaut und neu gestaltet. Der sich anschließende Palast ist ein kompletter Neubau und dient besonders Konzertveranstaltungen.
Beim gemütlichen Abend im Hotel „Leinsweilerhof“. konnten wir heute als Gäste den Pastpräsidenten Professor Niederau und seine Gattin vom Lionsclub Oberhausen begrüßen.
Auf dem Rückweg am Sonntagmorgen besuchten wir die 2000 Jahre alte Stadt Speyer. Ein geführter Gang durch die Dom- und Kaiserstadt mit ihren mächtigen Zeugnissen kirchlicher Architektur stand auf dem Programm. Herausragendes Baudenkmal ist natürlich der romanische Kaiserdom, seit 1981 UNESCO-Welterbe-Stätte. Seine Grundsteinlegung begann bereits um das Jahr 1030.
Durch die breite Fußgängerzone mit Ihren schönen Patrizierhäusern und dem alten Rathaus erreichten wir das Judenviertel. Die aus 1100 stammende Synagoge ist in Resten vorhanden, während das Judenbad noch ziemlich vollständig erhalten ist. Ein Blick in die ev. Dreifaltigkeitskirche, erbaut ab 1701, brachte sehr beeindruckende Einrichtungen aus Holz, so wie Deckengemälde mit Szenen aus dem neuen Testament zu Gesicht.
Müde vom Laufen gab es die vorab geplante erholsame Rast im „Domhof“ bei gemeinsamen Mittagessen aus der zünftigen Küche und einem im Hause gebrauten, speziellen Bier.
Als letzter Programmpunkt folgte nur noch die problemlose Rückfahrt nach Oberhausen. Mit ihr endete ein echt schönes rotarisches Wochenende, das der Freundschaft sehr dienlich war.











